Auf die Skitour mit der richtigen Ausrüstung
Frischer Powder, unberührte Hänge und das Gefühl von Freiheit – Skitouren sind pures Outdoor-Glück! Doch ein guter Tag in den Bergen fängt mit der richtigen Ausrüstung an. Wer schon mal oben am Gipfel gemerkt hat, dass die Handschuhe fehlen, weiss: Ohne Planung geht nichts! Keine Sorge, wir haben die ultimative Checkliste für deinen Skitourenrucksack – von Skitourenschuhen bis zum LVS-Set. Mit dieser Ausrüstung bist du bestens gerüstet, egal ob für die nächste Freeride-Abfahrt oder eine knackige Gipfeltour.
Skitourenrucksack – Dein treuer Begleiter
Ein guter Skitourenrucksack ist das Herzstück deiner Ausrüstung. Er sollte bequem sitzen, gut belüftet sein und Platz für alles bieten, was Du mitnehmen musst. Praktisch sind separate Fächer für die Lawinenausrüstung, damit du im Notfall schnell darauf zugreifen kannst.
Moderne Rucksäcke kommen oft mit nützlichen Features wie Halterungen für Skier, Helm und Pickel. Ein Lawinenrucksack mit Airbag erhöht deine Sicherheit in lawinengefährdetem Gelände. Achtung: Vergiss nicht, den Airbag regelmäßig zu warten und vor der Tour zu checken, ob er einsatzbereit ist.
Tipp: Achte auf das Gewicht! Alles, was Du einpackst, musst Du den Berg hinaufschleppen. Pack daher nur ein, was wirklich nötig ist.
Sicherheitsausrüstung fürs Skitouren: LVS-Set, Schaufel & Sonde
Die Grundregel jeder Skitour lautet: Ohne LVS-Set (Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde) gehst Du nicht los! Das LVS-Gerät trägst Du am Körper, optimalerweise unter der Jacke, damit es geschützt ist. Vor der Tour überprüfst Du, ob das Gerät eingeschaltet und die Batterie voll ist.
Die Schaufel sollte stabil und leicht sein. Klapp- oder Teleskopschaufeln sind ideal, da sie wenig Platz im Rucksack brauchen. Die Sonde wird benötigt, um die genaue Lage einer verschütteten Person zu bestimmen. Auch hier gilt: Regelmäßiges Training rettet Leben!
Tipp: Investiere in Qualität! Eine klapprige Schaufel oder unzuverlässiges LVS-Gerät ist keine Option.
Skitourenfelle: Dein Motor für den Aufstieg
Ohne Steigfelle geht nichts beim Skitouren. Sie sorgen dafür, dass du auch auf steilen Hängen sicher vorwärtskommst. Moderne Felle bestehen aus Mohair, Synthetik oder einer Mischung aus beiden Materialien.
Mohair-Felle gleiten besonders gut, während Synthetik-Felle durch ihre Langlebigkeit punkten. Für den Alltag sind Mischfelle eine gute Wahl. Achte darauf, dass die Felle perfekt auf die Breite deiner Skitouren-Ski zugeschnitten sind, damit du nicht seitlich wegrutschst.
Achte darauf, dass die Felle während der Tour nie nass werden. Ansonsten bleibt der Schnee kleben und es bilden sich mühsame Klumpen – sogenannte Stollen. Um die Felle immer schön frei von jeglichen Schnee- oder Eiskörnern zu halten, hilft ein klassischer Teigschaber. Mit diesem kannst du sie bei Bedarf glatt streichen.
Für den Fall, dass du in (steilen) Firnhängen unterwegs bist, solltest du auf jeden Fall noch passende Harscheisen dabei haben. Diese sind v.a. bei frühlingshaften Verhältnissen unverzichtbar.
Tipp: Nimm immer Ersatzkleber oder ein kleines Reparaturset mit – nichts ist nerviger als ein Fell, das nicht mehr haftet.
So pflegst du deine Skifelle richtig
Der Outdoor- und Bergsport Detailhändler Transa hat ein hilfreiches Tutorial veröffentlicht, wie du deine Skitourenfelle richtig pflegst:
Die richtige Kleidung: Von Skitourenhosen bis Skihelm
Auf einer Skitour bist du ständig in Bewegung, was bedeutet: Du brauchst atmungsaktive Kleidung, die dich warm hält, aber nicht überhitzt. Eine gute Skitouren-Jacke und Skitourenhosen sind dafür unverzichtbar. Wähle Materialien, die wind- und wasserdicht sind, und setze auf das Zwiebelprinzip:
- Baselayer: Atmungsaktive Unterwäsche.
- Midlayer: Isolierende Schicht wie Fleece oder Daune.
- Shell: Wetterfeste Außenjacke und -hose.
Für Tiefschnee-Fans eignen sich Freeride-Hosen, die extra Schutz gegen Nässe bieten. Dein Kopf sollte immer geschützt sein – ob mit einem leichten Skitouren-Helm oder einem klassischen Skihelm.
Tipp: Vergiss Handschuhe, Mütze und eine Sonnenbrille nicht. Der Wind in den Bergen kann fies sein!
So funktioniert das Zwiebelprinzip
Das Zwiebelprinzip bei der Bekleidung ist eine bewährte Methode, um dich bei unterschiedlichen Wetterbedingungen optimal zu kleiden. Es besteht aus mehreren Kleidungsschichten, die übereinander getragen werden und sich je nach Bedarf anpassen lassen.
So wendest du das Zwiebelprinzip richtig an:
Basisschicht:
Diese Schicht liegt direkt auf der Haut und soll Feuchtigkeit ableiten. Materialien wie Merinowolle oder synthetische Fasern eignen sich hervorragend, da sie Schweiß schnell verdunsten lassen und gleichzeitig angenehm auf der Haut sind. Merinowolle ist dabei deutlich geruchsneutraler als Synthetik.
Isolationsschicht:
Diese mittlere Schicht sorgt für Wärme. Fleecejacken oder dünne Daunenjacken sind ideal, da sie leicht und gut isolierend sind. Diese Schicht sollte gut belüftet sein, um einen Wärmestau zu vermeiden. Bei viel Isolation geräts du bei anstrengender Aktivität ins Schwitzen. Kleide dich also nicht zu warm während dem Aufstieg. Bei Pausen oder am Abend vor dem Zelt hingegen ist eine Daunenjacke die perfekte Isolationsschicht.
Aussenschicht:
Die äusserste Schicht schützt dich vor Wind und Wetter. Eine gute zwei- oder dreilagige Regen- oder Windjacke ist hier unerlässlich. Achte darauf, dass diese Schicht atmungsaktiv ist, um Feuchtigkeitsbildung von innen zu verhindern, und gleichzeitig wasser- und winddicht, um dich vor äußeren Einflüssen zu schützen. Grosszügige Belüftungsschlitze sind ebenfalls sehr hilfreich.
Durch das An- und Ausziehen der einzelnen Schichten kannst du deine Körpertemperatur optimal regulieren und bist auf alle Wetterlagen vorbereitet. Das Zwiebelprinzip ermöglicht dir, flexibel auf Temperaturänderungen zu reagieren und sorgt dafür, dass du immer angenehm warm und trocken bleibst.
Ski, Bindung & Stöcke
Deine Skitouren-Ski sind das A und O. Sie sollten leicht sein, um den Aufstieg angenehmer zu machen, aber auch genug Stabilität für die Abfahrt bieten. Die passende Skitouren-Bindung macht den Unterschied: Während Freeride-Bindungen maximale Abfahrtskontrolle bieten, punkten klassische Tourenbindungen durch ihr geringes Gewicht.
Bei den Skitourenstöcken sind Modelle mit verstellbarer Länge ideal. So kannst Du sie für den Aufstieg länger einstellen und bei der Abfahrt kürzer machen. Einige Stöcke haben auch eine Schneeteller-Option, die das Einsinken im Tiefschnee verhindert.
Tipp: Teste dein Setup vor der ersten Tour – nichts ist nerviger, als eine Bindung, die nicht hält, oder Ski, die nicht passen.
Extras fürs Skitouren: Was sonst noch in den Rucksack gehört
Neben der Standardausrüstung gibt es ein paar Dinge, die jede Tour angenehmer machen:
- Thermosflasche: Für heißen Tee oder Kaffee – nichts bringt mehr Energie zurück.
- Erste-Hilfe-Set: Pflaster, Verband und Schmerzmittel sollten immer dabei sein.
- Sonnencreme: Die Sonne in den Bergen ist heimtückisch – vergiss auch die Lippenpflege nicht!
- Ersatzkleidung: Schweiß kann im Gipfelwind schnell unangenehm werden.
- Energie-Riegel: Klein, leicht und voller Power.
Tipp: Eine Stirnlampe kann dir den Rückweg retten, wenn du länger unterwegs bist als geplant.
Fazit: Mit der richtigen Ausrüstung bist du auf der sicheren Seite
Eine gelungene Skitour beginnt mit der perfekten Planung und einer durchdachten Ausrüstung. Dein Skitourenrucksack ist der Schlüssel, um alles Wichtige dabeizuhaben: von LVS-Set über Ersatzwäsche bis zu hilfreichen Accessoires. Gerade was die Skitourenschuhe, Ski und Felle betrifft, lohnt sich eine umfangreiche Beratung in einem Fachgeschäft. Diese bieten oft ein spezifisches Bootfitting an. Und denk dran, Sicherheit geht vor.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zu deiner Skitourenausrüstung (FAQ)
Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Ausrüstung fürs Skitouren. Mit diesen Tipps bist du bestens vorbereitet auf deine nächste Skitour. So kannst du diese in vollen Zügen geniessen.
Ein LVS-Set besteht aus einem LVS-Gerät, einer Sonde und einer Schaufel. Es ist die wichtigste Sicherheitsausrüstung bei Skitouren. Das LVS-Gerät hilft dir, eine verschüttete Person schnell zu finden, und die Sonde und Schaufel ermöglichen es dir, die Person unter dem Schnee zu lokalisieren und auszugraben. Ohne LVS-Set solltest du niemals auf eine Skitour. Den Umgang mit dem Sicherheitsset lernst du im Vorfeld am besten in einem Lawinenkurs bei einer Bergsportschule.
Die Skitourenschuhe sollten bequem, aber auch funktional sein. Sie müssen bei der Abfahrt guten Halt bieten und bei der Aufstiegsbewegung ausreichend Bewegungsfreiheit lassen. Wichtig ist, dass sie mit deiner Skitouren-Bindung kompatibel sind und über ein gutes Walk-System verfügen, um den Aufstieg zu erleichtern. Achte auf die Passform und wähle einen Schuh, der zu deinem Fahrstil passt – steif für mehr Kontrolle oder weicher für mehr Flexibilität und Komfort. Mache unbedingt ein Bootfitting bei einem Bergsportgeschäft. So wird der Schuh an deinen Fuss angepasst und du vermeidest Blasen.
Skitouren-Bindungen sind leichter und ermöglichen das Heben des Fersenbereichs während des Aufstiegs. Sie haben meist eine Tourenstellung für den Aufstieg und eine Abfahrtsstellung für die Abfahrt.
Freeride-Bindungen hingegen sind robuster und bieten mehr Stabilität und Kontrolle bei der Abfahrt, sind aber schwerer und weniger effizient beim Aufstieg. Sie eignen sich eher für erfahrene Skifahrer, die viel im Gelände unterwegs sind.
Der Skihelm schützt deinen Kopf vor Verletzungen, sei es bei einem Sturz oder durch herumfliegende Skier oder Felsen. Besonders bei Skitouren im anspruchsvolleren Gelände, wo die Gefahr von Stürzen höher ist, ist ein Helm unverzichtbar. Denke aber daran, dass auch in leichtem Gelände Steine unter der Schneedecke kaum sichtbar sind. Bei einem Sturz kann ein Aufprall ohne Skihelm aber fatal enden.
Achte darauf, dass er gut sitzt und bequem ist – es gibt auch leichte Skitouren-Helme, die speziell für den Aufstieg entwickelt wurden.